Spg Walldürn  
Historie

Die Chronik der SpG Walldürn 1973 e.V.

Die Entstehungsgeschichte der Sportgemeinde ist sehr eng mit dem Handballsport in Walldürn verbunden. Bereits vor dem 2. Weltkrieg existierte im TV Walldürn eine Handballabteilung. Damals wurde Handball auf dem Großfeld gespielt. Die Spiele fanden auf dem heutigen Gelände der StOV, bekannt unter dem Namen "Leinenkugel", statt. Die Gegner kamen hauptsächlich aus dem Maintal. Der 2. Weltkrieg beendete diese erste Phase.
 
Bereits 1948, gleich nach Wiederzulassung des TV Walldürn, lebte auch die Handballsparte wieder auf. Eine neue Mannschaft wurde gegründet, hauptsächlich mit Heimatvertriebenen als Spieler. Die Spiele mußten jetzt auf dem Heidesportplatz ausgetragen werden, da das obengenannte Gelände noch in der Verbotsphase des TV von Bürgermeister Dr. A. Trautmann an eine Firma veräußert wurde. Aber bereits nach kurzer Zeit schlief diese Sportart in Walldürn wieder ein.
 
Im Jahre 1967 kam im Auftrag des Badischen Handballverbands (BHV) Anton Zügner aus Tauberbischofsheim auf Manfred Leiblein zu, in der Absicht, im TV Walldürn die Handballabteilung neu zu beleben. Man mag bedenken, daß in jener Zeit in unserer Umgebung nur in Hardheim, Dittigheim und Mosbach Handball gespielt wurde. Die Absicht des BHV war es daher, diesen weißen Fleck auf der Karte Nordbadens zu beseitigen. M. Leiblein trug diese Absicht in einer Vorstandsitzung des TV vor. Nach einer heftigen Diskussion und einer Kampfabstimmung wurde diese neue Abteilung eingerichtet. Etwa zur gleichen Zeit entstand auch die Handballsparte des TSV Buchen.
 
Manfred Leiblein gewann Werner Brunner als ersten Abteilungsleiter. Unter seiner Regie wurde unter Mithilfe von Sportlehrer Franz Heck die Abteilung aufgebaut. Franz Heck übernahm zunächst mit Werner Brunner die Leitung des Trainings. Durch die Tätigkeit von Franz Heck an einer Walldürner Schule wurde auch der Kontakt zur dringend benötigten Jugend hergestellt.
 

Verantwortlich in der jungen Abteilung waren:

Abteilungsleiter : Werner Brunner
Stellvertreter: Manfred Orthober
Spielwart: Franz Heck
 
Bereits im Winter 1967/68 begann der Spielbetrieb mit einer männlichen A- und einer männlichen B-Jugend. In der Sommerrunde (Kleinfeldrunde) 1968 kam eine 1.Männermannschaft hinzu. Nicht zu verschweigen an dieser Stelle, daß in jener Zeit oft großer Spielermangel herrschte. Der Abteilungsleiter, ein Bundeswehrfeldwebel, füllte die Mannschaft mit Soldaten auf. Wir spielten daher mit stark wechselndem Erfolg. In der Folgezeit wurde auch die Damenmannschaft gegründet.
 
 In dieser Zeit schloß sich auch Heinfried Geyer der Abteilung an. Er sollte in den nächsten Jahren die Geschicke dieser Sparte entscheidend bestimmen. Bereits Ende 1968 wurde er zum Stellvertreter des Abteilungsleiters Werner Brunner gewählt. Als Schriftführer fungierte damals Manfred Orthober und als Kassierin Waltraud Pichl.
 
Bereits im Ende Juni 1969 fand auf dem Heidesportplatz das 1. Walldürner Handballturnier statt. Beteiligt waren acht A-Jugend-, acht Damen- und sechs Schülermannschaften. Das Turnier brachte der Abteilung das erste Geld ein.
 
Der Streit um das liebe Geld war einer der Hauptgründe, weshalb auf der Jahreshauptversammlung der Abteilung im November 1969 beschlossen wurde, zum 1.1.1970 sich dem FC Kickers Walldürn anzuschließen. Ein weiterer wichtiger Grund war der Sportplatz, den der FCK besaß. Er bot im Hinblick auf die folgenden Turniere die bessere sportliche und finanzielle Perspektive. Diskutiert wurde in jener Versammlung auch noch ein Anschluß an die Fortuna Walldürn. Auch hier war ein Sportgelände vorhanden. Allerdings entschied man sich für den FCK, da der Bau eines Kleinfeldes in Aussicht gestellt wurde. Dieser wurde dann auch 1971 als Asphaltplatz gebaut und rege benutzt.
 

Die neue Abteilung des 1.FCK führten:

Abteilungsleiter: Franz Karl Kehl, später Heinz Baumann
Stellvertreter  : Heinfried Geyer
Schriftführer   : Heinfried Geyer
Kassenwart     : Josef Hutfluss
Jugendleiter     : Theo Staudenmaier
Trainer Damen  : Josef Hehn
 
Der Spielbetrieb wurde erweitert. Es spielten nun eine 1., 2., Damen-, A-Jugend- und B-Jugendmannschaft.
 
Bereits zu Pfingsten 1970 wurden bei einem 1.Besuch in Montereau die Kontakte zu den dortigen Handballern geknüpft.
 
Die Jahre 1971-1973 brachten normalen Spielbetrieb. Unter der Organisation von Heinfried Geyer wurde das Odenwälder Handballturnier aufgebaut. In der Zeit vom 27.06. - 04.07.1971 wurde unter
Beteiligung von 52 Mannschaften eine Woche des Handballs veranstaltet. Verbunden mit dieser Handballwoche war die Ausrichtung des 4.Walldürner Handballturniers. Mit großer Zähigkeit und viel Kreativität baute der 1972 zum Abteilungsleiter gewählte Heinfried Geyer dieses Turnier zu dem bedeutendsten unserer Gegend aus.
 

Unter der Leitung von Heinfried Geyer bestand die Abteilungsleitung damals aus:

Stellvertreter  : Manfred Orthober
Schriftführer   : Günter Scheuermann
Kassenwart      : Josef Hutfluss
Spielausschußvorsitzender: Bernaldo Sommer
Damenwartin     : Gerda Bock
Jugendleiter    : Bernhard Schirmer
Trainer Damen   : Walter Orthober
Trainer Männer  : Hagen Röthinger
 
 
Im Jahr 1973 übernahm Wilhelm Stockhecker die Abteilungsleitung. Am 9. Oktober 1973 verfaßte die Abteilung einen folgenschweren Brief an die Vorstandschaft des FCK. Auszugsweise:
 
"Die Handballabteilung des FC Kickers macht sich über bestimmte Vorkommnisse in der letzten Zeit innerhalb unseres Vereins Gedanken, und erlaubt sich daher einmal Sie als Vorstandsmitglieder anzusprechen.

Genau 60 Jahre bestand der FC Kickers 1910 fast nur aus Fußballern, doch seit 4 Jahren haben sich Karate-, Box- und Handballfreunde unserem Verein angeschlossen. Was hat sich jedoch dadurch geändert?
Unser Verein wurde neben dem TSV Buchen zum größten Verein im ehemaligen Kreis Buchen, er kassiert den Mitgliedern entsprechende Zuschüsse, hat mehr Stimmrecht in den einzelnen Sportausschüssen, und er hat vor allen mehr Geld durch Mitgliedsbeiträge.
 
Hier sind wir auch schon beim Kern unseres Schreibens; denn wir sehen unsere Beiträge in Kanäle verschwinden, die mit Sport und Begeisterung der Jugend recht wenig zu tun haben."
 
 
Im weiteren Verlauf des Briefes wird bedauert, daß sich die Vereinsvorstände in der Handballabteilung nicht sehen lassen. Sie werden aufgefordert sich mehr um die Belange dieser Abteilung zu kümmern. Der Brief schließt dann mit folgenden Zeilen:
 
 
"Wir würden mit Ihrem Besuch sehen, daß unsere Beiträge nicht nur gebraucht werden, sondern daß wir damit auch ein Glied in der Kette des FC Kickers 1910 wären.
Die Unterschriften sollen Ihnen zeigen, daß dieses Schreiben dem Herzen der Handballer entsprungen ist, und daß wir alle das gleiche denken, und um eine weitere gute Zusammenarbeit Fußball-Handball
besorgt sind.
 
 Mit freundlichem Sportgruß
 Handballabteilung
 FC Kickers 1910
 
  gez. Stockhecker"
 
 
Dieser Brief wurde noch von weiteren Abteilungsmitgliedern unterzeichnet.
 
 
Aufgrund dieses Briefes wurde die Abteilungsleitung am 05.11.1973 zu einer Vorstandsitzung des FCK einbestellt.
 
Anwesend waren:
      Wilhelm Stockhecker, Abteilunsleiter
      Heinfried Geyer, Stellvertreter
      Josef Hutfluss, Kassier
 
Da sie sich von dem Brief nicht distanzieren wollten, wurden sie und die Unterzeichner des Briefs mit sofortiger Wirkung vom Verein ausgeschlossen.
Begründung: Vereinsschädigendes Verhalten
 
Die Folge dieses Ausschlußes war die Gründung unseres Vereins am 06.11.1973 im Gasthaus "Union" in Mannheim. Mannheim wurde als Gründungsort gewählt, weil während der Woche viele Spieler beruf-
lich nicht in Walldürn waren.

 

Gründungsmitglieder:

  1. Wilhelm Stockhecker
  2. Heinfried Geyer
  3. Josef Hutfluss
  4. Manfred Orthober
  5. Wolfgang Eisenhauer
  6. Werner Kratschmar

Am 12. November 1973 wurde die Satzung des Vereins notariell beglaubigt. Die Sportgemeinde zählte damals 33 Mitglieder. Nach der Gründung des Vereins übernahm die ehemalige Abteilungsleitung Handball des FC Kickers die Vereinsleitung.

Die Vorstandschaft der ersten Stunde:

1. Vorsitzender: Wilhelm Stockhecker
2. Vorsitzender: Heinfried Geyer
Kassier: Josef Hutfluss
Schriftführer: Doris Trusch
Abteilungsleiter: Manfred Orthober


Aus beruflichen Gründen gab Wilhelm Stockhecker am 15.03.1975 den Vorsitz auf. Zu seinem Nachfolger wurde Heinfried Geyer gewählt. H. Geyer stand der SpG bis zu seinem Rücktritt am 22.06.1980 vor. Hans Peter Englert übernahm den Vorsitz zunächst kommissarisch. Im September 1980 wurde er in dieses Amt gewählt, das er bis zum heutigen Tag ausübt.

     

Die Vorstandschaft von früher bis heute:

     

2. Vorsitzende:

Heinfried Geyer 1973 - 1975
Theo Staudenmaier 1975 - 1977
Herbert Kilian 1977 - 1979
Hans Peter Englert 1977 - 1980
Herbert Kilian 1980 - 1989
Rainer Englert 1989 - 1997
Ramona Paar 1997 - 2003
Bernhard Schirmer 2003 - 2008
Michael Stephan 2008 - 2017
Steffen Schwab seit 2017

Kassier:

Josef Hutfluss 1973 - 1977
Wolfgang Eisenhauer 1977 - 1979
Fritz Münch 1979 - 1993
Rainer Kehl seit 1993

Schriftführer:

Doris Trusch 1973 - 1975
Rita Neuberger 1975 - 1983
Bernhard Schirmer 1983 - 1991
Andreas Bartl 1991 - 1997
Silke Englert seit 1997

Abteilungsleiter Handball:

Manfred Orthober 1973 - 1975
Norbert Neuberger 1975 - 1977
Theo Staudenmaier 1977 - 1979
Josef Hutfluss 1979 - 1991
Lutz Ponke 1991 - 1997
Norbert Neuberger 1997 - 2003
Jürgen Spahr 2003 - 2004
Alexander Scheuermann 2005 - 2007
Holger Ziems 2007 - 2014
Steve König 2014 - 2016
Martin Sawalloch seit 2016 (kommissarisch)

Abteilungsleiter Tischtennis (Abteilungsgründung 1974):

Fritz Münch 1974 - 1977
Erwin Martin 1977 - 1989
Bernd Klesel 1989 - 1993
Ralf Weckbach 1993 - 1997
Marcel Noe 1997 - 2001
Mathias Kaufmann 2001 - 2014
Matthias Gramlich seit 2014

Abteilungsleiter Badminton (Abteilungsgründung 1991):

Rainer Kehl 1991 - 1993
Rainer Englert 1993 - 2005
Manfred Schneeweiß seit 2005



Mitgliederentwicklung:

  • Mitgliederstand 1973: 35
  • Mitgliederstand 1978: ca. 200
  • Mitgliederstand 2003: 360

Die Entwicklung des Vereins zeigt sich deutlich die Bedeutung des Vereins auf. Auch weiterhin soll ein wichtiger Beitrag in Gesellschaft übernommen werden.